
Am Sonntag, den 20.09.26 besuchte ein Dutzend überwiegend jugendliche Landshuter und Landshuterinnen die Gedenkstätte des KZ Dachau. Organisiert wurde die Fahrt von der VVN-BdA, KV Landshut. In einer knapp dreistündigen Führung durch die Gedenkstätte erfuhren die Teilnehmenden viel über die Geschichte des Lagers und den Alltag der Häftlinge. Es war auch viel Raum für die zahlreichen Fragen, die vor allem die Jugendlichen stellten. Als eines der ersten KZ diente Dachau für viele SS-Bewacher als Ausbildungslager, viele berüchtigte Aufseher, wie auch der spätere Kommandant des KZ Auschwitz, Rudolf Höß, begannen in Dachau ihre SS-‚Karriere‘. Die ersten Häftlinge bereits ab März 1933 waren zunächst kommunistische, danach sozialdemokratische Regimegegner. Später befanden sich auch viele jüdische Häftlinge und sowjetische Kriegsgefangene im Lager. Anschaulich erläuterte die Referentin der Gedenkstätte auch den einzigen erfolgreichen Ausbruch des KPD-Reichstagsabgeordneten Hans Beimler im Mai 1933. Beimler konnte untertauchen und veröffentlichte kurz danach seine Broschüre „Im Mörderlager Dachau“. Nach dem Putsch der Franco-Faschisten gegen die verfassungsmäßige Spanische Republik beteiligte er sich dort am Aufbau der Internationalen Brigaden. Als politscher Kommissar des Thälmann-Bataillons fiel Hans Beimler am 1. 12. 1936 bei den Kämpfen vor Madrid.

Im Anschluss an den Besuch der KZ-Gedenkstätte fuhr unsere Gruppe zum ehemaligen SS-Schießplatz Hebertshausen. Dort gedachten wir der mehr als 4000 sowjetischen Kriegs-gefangenen, die von der SS auf Grundlage des sogenannten Kommissar-Befehls erschossen wurden. Unser Vorstandsmitglied Manfred Feldmann schilderte in seinem Vortrag die Grausamkeit, mit der die SS vorging. Dies diente auch zur „Abhärtung“ der SS-Männer, die dann häufig als Einsatztruppen hinter der Ost-Front zu „Säuberungen“ gegen die polnische und sowjetische Zivilbevölkerung eingesetzt wurden. Manfred beschrieb die Entwicklung des über die Jahrzehnte fast in Vergessenheit geratenen Ortes faschistischer Verbrechen: seit 1985 veranstaltet die Initiative „Jahrestag der Befreiung“, ein breites Bündnis von antifaschistischen und Friedensgruppen im Anschluss an die internationale Befreiungsfeier der KZ-Gedenkstätte Dachau eine Erinnerungs- und Gedenkstunde hier auf dem SS-Schießplatz Heberts-hausen. Im Mai 2014 eröffnete die KZ-Gedenkstätte den neu gestalteten Gedenkort mit den Informations- und Namenstafeln der ermordeten Rot-armisten. Nach Anweisung der SS-Führung durften ihre Namen nicht in die Lagerlisten aufgenommen werden; ihre Identifizierung sollte für immer verhindert werden. So ließen sich bis heute nur einige hundert Namen der über 4000 ermordeten Kriegsgefangenen ermitteln. Trotz der vielen bedrückenden Eindrücke, die die Teilnehmenden mit nach Hause nahmen, blieb als Fazit vor allem: Nie wieder! Gerade in der heutigen Zeit mit dem Erstarken rechter Parteien in Deutschland und ganz Europa, der allgegenwärtigen Militarisierung und der ungehemmten Aufrüstung ist das Motto der ehemaligen Häftlinge heute so aktuell wie nie zuvor: „Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg!“













